In Ihrer HNO-Praxis und am Kreiskrankenhaus in Biberach ist es in Zukunft möglich bereits bei Neugeborenen eine Hörstörung zu erkennen. Unerkannte und damit unbehandelte Hörstörungen haben lebenslange Konsequenzen: Betroffene Kinder fallen u.a. durch Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen auf, ihre Sprachentwicklung ist verzögert. „ Wenn die akustische Reizung ausbleibt kommt es zu einer Reifungsverzögerung der Hörbahn,“ erklärt Dr. Frank Ilgen, HNO-Arzt und Mitinitiator des Neugeborenen-Screenings in Biberach.Mit anderen Worten: Das Gehör braucht Töne und Geräusche zu seiner Entwicklung, bleiben diese durch eine Hörstörung aus entstehen Schäden die irreparabel sind. Dabei sind kindliche Hörstörung keine Seltenheit: Statistisch sind 3 Neugeborene auf  tausend Geburten schwerhörig.

Wenn eine Hörstörung jedoch frühzeitig erkannt wird und operativ oder mit einem Hörgerät oder einer Innenohrprothese versorgt wird sind die Entwicklungschancen des Kindes nahezu normal. Dieser Hintergrund unterstreicht die Wichtigkeit der Früherkennung.

Für den Hörtest werden akustische Signale ins das Ohr geschickt. Die so angeregten Haarzellen im Innenohr schwingen und erzeugen Schallwellen die gemessen werden können. Mediziner sprechen von otoakustischen Emissionen. Die völlig schmerzlose Erstuntersuchung erfolgt zwischen dem zweiten und vierten Lebenstag und wird von geschulten Schwestern der Entbindungsstation oder in Ihrer HNO Praxis während des Schlafes durchgeführt. Weil bei 10 Prozent der Neugeborenen erfahrungsgemäß der Test eine Auffälligkeit ergibt wird in diesen Fällen der Test  nach 2-3 Wochen wiederholt. Weiter auffällige Kinder werden zur exakten Abklärung mittels BERA-Test – er misst die Aktivierung des Hirnstammes- im 4. Lebensmonat in den für diesen Test spezialisierten  HNO-Praxen oder an einer HNO- Klinik untersucht.

Denn Formel muss lauten: Früherkennung =Frühbehandlung =Normalentwicklung

Wenn Sie einen Termin für diese Untersuchung vereinbaren möchten dürfen wir Sie daran erinnern, dass die Untersuchung am Besten durchgeführt werden kann, während Ihr Baby schläft also z.B. kurz nach dem Stillen oder dem Fläschchen.